Digitalisierung. Wir müssen umdenken.

Nach der Erfindung der Dampfmaschine, der Elektrizität und des Computers beginnt nun die 4. industrielle Revolution, die Digitalisierung. Darunter versteht man die Vernetzung von Daten und Systemen, die untereinander Informationen analysieren, verarbeiten, austauschen und weiterleiten können und unbegrenzt verfügbar sind. Das bedeutet, dass der Nutzer von überall und egal zu welcher Zeit auf Daten zugreifen […]

Nach der Erfindung der Dampfmaschine, der Elektrizität und des Computers beginnt nun die 4. industrielle Revolution, die Digitalisierung. Darunter versteht man die Vernetzung von Daten und Systemen, die untereinander Informationen analysieren, verarbeiten, austauschen und weiterleiten können und unbegrenzt verfügbar sind. Das bedeutet, dass der Nutzer von überall und egal zu welcher Zeit auf Daten zugreifen und produktiv sein kann. Diese Revolution wird unser Arbeitsleben, unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesellschaft stark beeinflussen. Ja, sie wird Unternehmensbereiche, unsere Einstellung zur Arbeit und die technische Machbarkeit völlig auf den Kopf stellen.

Die einen nehmen diese Veränderungen gelassen hin oder tun sich schwer damit. Andere erkennen, dass die Digitalisierung eine sehr hohe Dynamik und Geschwindigkeit erhält und für ein Unternehmen ganz neue Möglichkeiten bietet. Das Internet hat während den letzten Jahrzehnten bereits viele Veränderungsprozesse ausgelöst. Mit der Vernetzung von intelligenten Systemen wird es einen neuen Wachstumsschub geben. Intelligente, lernfähige Maschinen können schon recht gut «denken». Sie bewältigen riesige Mengen von Daten, können diese verarbeiten und produktiv umsetzen und miteinander kommunizieren. Sie übernehmen einen zunehmenden Teil unserer Arbeit.

Wir müssen umdenken und uns diesen neuen Anforderungen anpassen. Das kommt in der Arbeitswelt auf uns zu:

 

  • Die Babyboomers gehen demnächst in den Ruhestand, danach folgen geburtenschwächere Jahrgänge und somit werden uns in den kommenden Jahren Fachkräfte fehlen. Es wird einen Kampf um die besten qualifizierten Arbeitskräfte geben. Talente, wie Ingenieure, Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker werden gesucht.
  • Wer in seine eigenen Qualifikationen investiert, wird in Zukunft nicht Arbeit suchen müssen, sondern er oder sie wird gesucht und kann sich den besten Arbeitgeber auswählen.
  • Arbeitnehmende können alternative Arbeitsmodelle wählen. Dank der digitalen Vernetzung sind sie zeitlich und örtlich ungebunden und flexibel. Es spielt keine Rolle wann und wo sie ihrer Arbeit nachgehen Zuhause, im Café, in der Badi oder auf dem Säntis.
  • Die Arbeitsplatzgarantie wird es nicht mehr geben. Man wird für eine gewisse Zeit für einen Arbeitgeber, für ein Projekt, für eine Arbeitsgruppe oder virtuelle Organisationen arbeiten. Teams werden für bestimmte Aufgaben und für eine bestimmte Zeit zusammengestellt und bezahlt.
  • Die Arbeitsumgebung und das Arbeitstempo kann man individuell gestalten. Dies fordert vom Mitarbeitenden ein gutes Selbstmanagement, Verantwortungsbewusstsein, Organisationsgeschick und Selbstdisziplin.
  • Im Unternehmen wird man sich treffen, wenn es um Austausch, Kreativität und um gesellschaftliches Miteinander geht.
  • Ein flexibles Beschäftigungsverhältnis führt zu einem unregelmässigen Einkommen. Man muss immer wieder neue Aufträge finden.
  • Routinetätigkeiten und zeitraubende, gefährliche und körperlich anstrengende Arbeiten werden wegfallen. Diese übernehmen die Roboter. Dafür ist Fachwissen gefragt. Arbeitnehmende werden anspruchsvolle Aufgaben übernehmen und Maschinen steuern und überwachen.
  • Führungskräfte werden ihre Mitarbeitenden nicht mehr kontrollieren und überwachen, sondern fördern, motivieren und begleiten. Die Hierarchien werden flacher.
  • Der arbeitende Mensch muss sich auf die Fähigkeiten konzentrieren, welche der Maschine fehlen: das Können, querzudenken, unternehmerisch zu handeln, zu fantasieren, kreative Ideen zu haben, emotional und sozial kompetent zu sein.

«Wenn man mit der Zeit geht, erschliessen sich ganz neue Möglichkeiten.»

Zitat: Firmenchef Roland Zeidler, Die rollende Glaserei.

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Künstliche Intelligenz bei der Stellensuche

Bisher schrieben Firmen eine Stelle aus und es galt das Motto «post and pray» (hochladen und beten). Die Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung ist nun voll im Gang. Die Stellensuche und die Rekrutierung finden immer mehr in der vernetzten, virtuellen Welt statt. Immer mehr Firmen nutzen künstliche Intelligenz bei der Personalsuche.  Bei den meisten […]

Bisher schrieben Firmen eine Stelle aus und es galt das Motto «post and pray» (hochladen und beten). Die Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung ist nun voll im Gang. Die Stellensuche und die Rekrutierung finden immer mehr in der vernetzten, virtuellen Welt statt.

Immer mehr Firmen nutzen künstliche Intelligenz bei der Personalsuche. 

Bei den meisten ausgeschriebenen Stellen gehen 300 Bewerbungen und mehr ein. Personalmanager haben nicht die Zeit, alle Dossiers anzuschauen. Deshalb verwenden inzwischen immer mehr Unternehmen eine Software, um die passenden Kandidaten zu finden. Diese Softwares untersuchen die Bewerbungen nach Schlüsselbegriffen und bewerten die Bewerber. Konkret: Je mehr Keywords gefunden werden, desto interessanter sind die Kandidaten für die Stelle.

Die Systeme werten Bewerbungen aus und beurteilen sie. Ein sogenannter «Bot» prüft das «Matching», zwischen den Bewerbungsunterlagen und dem Anforderungsprofil.

Matching heisst auf Deutsch «Volltreffer» und genau danach suchen Personaler. Nach dem besten Treffer. Klar! Je besser die Kandidaten zu einem Unternehmen passen, desto kürzer fällt die Onboarding-Phase (Vorbereitungs-, Eintritts- und Integrationsphase) aus und umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich beim neuen Arbeitgeber wohlfühlen und dem Unternehmen lange treu bleiben.

Die Idee des Matching kommt aus dem Dating-Bereich. Dating-Plattformen werben schon lange mit dem Versprechen allen Kunden den perfekten Partner zu liefern. Bei der Personalsuche bringt der Computer nicht zwei Liebende, sondern einen/eine Kandidatin und ein Unternehmen zusammen. Die entsprechende Software funktioniert zuverlässig und ist inzwischen fester Bestandteil von Bewerbermanagementsystemen.

Das Prinzip: Ein Algorithmus «matcht» Bewerberdaten mit den Fähigkeiten, die für eine vakante Stelle gesucht werden. Die Profile mit der grössten Übereinstimmung werden dem Personaler angezeigt.

 In Fachkreisen trägt Matching den Übernamen «Robot Recruiting». Was lange Zeit nach kalter Macht der Maschine klang hat sich in der Personalsuche etabliert. Nicht nur weil der «Kollege Computer» jede Menge Arbeit bei der Personalauswahl abnimmt und damit dem Personaler Zeit verschafft, sich um das zu kümmern, worauf es wirklich ankommt: Die Ressource Mensch, die Bewerber.

Die Unterstützung smarter Algorithmen ist auch bei der Gleichberechtigung und Diversity bei der Personalsuche von Vorteil. Nicht selten urteilen Computer gerechter als Menschen. Sie lassen sich nicht von Hautfarbe, Geschlecht oder Ethnie beeinflussen.

 

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Coaching lenkt Sie schneller ans Ziel

Im persönlichen wie auch im beruflichen Alltag gibt es immer wieder Situationen, die verunsichern, die eine Entscheidung fordern oder eine Verhaltensänderung verlangen. In solchen Veränderungsprozessen ist es hilfreich, sich nicht im Stillen hin und her zu wälzen, sich nicht auf die Probleme und Schwächen zu konzentrieren, sondern Unterstützung zu holen. Zum Beispiel einen Wegbegleiter, einen […]

Im persönlichen wie auch im beruflichen Alltag gibt es immer wieder Situationen, die verunsichern, die eine Entscheidung fordern oder eine Verhaltensänderung verlangen. In solchen Veränderungsprozessen ist es hilfreich, sich nicht im Stillen hin und her zu wälzen, sich nicht auf die Probleme und Schwächen zu konzentrieren, sondern Unterstützung zu holen. Zum Beispiel einen Wegbegleiter, einen Coach, der Sie zuversichtlich von A nach B bringt.

Der Coach ist kein Alleswisser und er löst Ihre Probleme nicht. Er ist ein Prozessberater. Seine Aufgabe ist es, Sie zu begleiten, zu unterstützen, Ihnen wertschätzend zu begegnen, zuzuhören und Ihnen Fragen zu stellen, damit Sie Ihre eigenen Ressourcen und Potenziale erkennen und Ihre anstehende Problemsituation alleine lösen.

Wie funktioniert Coaching? Das Coaching ist zukunfts- und lösungsorientiert. Es steht nicht das Problem, die Ursache und die Schwierigkeit im Zentrum, sondern die Lösung.

Im Coaching richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Ziel. Allerdings muss dieses Ziel zuerst gefunden und formuliert werden. Dies ist keine leichte Aufgabe, aber sie ist wesentlich und schafft Klarheit darüber, was man will und wohin es gehen soll.

Der Austausch mit dem Coach, das interessierte Nachfragen und Anregen hilft den Blickwinkel zu verändern und eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen. (Schlummernde) Ressourcen werden dabei entdeckt und lassen den Handlungsspielraum deutlich grösser werden.

Durch das inspirierende Gespräch ergeben sich neue Möglichkeiten, die Zuversicht in die Machbarkeit wächst und die Lösungsfindung wird zu einem kreativen und spannenden Prozess.

Coaching ist eine individuelle Kurzzeitberatung. Sie kann bei akuten Problemstellungen oder in regelmässigen Abständen in Anspruch genommen werden.

Coaching ist eine sinnvolle und nützliche Methode bei Veränderungs- und Klärungsprozessen und bei Herausforderungen im Berufsalltag, wie zum Beispiel:

 

  • Mitarbeiterentwicklung, Weiterbildungs- und Laufbahnplanung
  • Begleitung bei neuen fachlichen Herausforderungen und wichtigen Entscheidungen
  • Unterstützung bei Wiedereinstieg nach Krankheit oder Unfall
  • Selbstmanagement und Arbeitsorganisation
  • Umgang mit Krisen und Konflikten
  • Burnout Prävention und Ressourcenmanagement

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Was bringt mir eine Weiterbildung? Viel!

Der rasante technische Fortschritt ist spannend, bietet neue berufliche Möglichkeiten und fordert uns heraus. Gelerntes Wissen muss ständig angepasst, erweitert und aktualisiert werden. Wer nicht stehen bleiben will, muss sich weiterbilden. Aber welche Weiterbildung ist für mich sinnvoll und nützlich? Das Angebot ist vielseitig und riesig. Auf der schweizerischen Informationsplattform der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung […]

Der rasante technische Fortschritt ist spannend, bietet neue berufliche Möglichkeiten und fordert uns heraus. Gelerntes Wissen muss ständig angepasst, erweitert und aktualisiert werden. Wer nicht stehen bleiben will, muss sich weiterbilden. Aber welche Weiterbildung ist für mich sinnvoll und nützlich?

Das Angebot ist vielseitig und riesig. Auf der schweizerischen Informationsplattform der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (www.berufsberatung.ch) finden Sie rund 27’749 Aus- und Weiterbildungen. Damit Sie in diesem Dschungel das Passende finden, braucht es nicht nur einen Suchfilter, sondern zu Beginn der Suche eine Standortbestimmung und eine Auslegeordnung. In welchen Bereichen will, muss oder kann ich mich weiterbilden? Soll mich die Weiterbildung fachlich oder persönlich weiterbringen? Will ich im angestammten Beruf bleiben oder etwas Neues anpacken? Welche Weiterbildung bringt mir einen zusätzlichen Nutzen, macht in meiner jetzigen beruflichen Situation Sinn und eröffnet mir neue Chancen? Mit einem klaren Ziel vor Augen finden Sie leichter ein auf Sie zugeschnittenes Angebot. Die Laufbahnberatung unterstützt Sie bei der Standortbestimmung, Zielfindung und Zukunftsplanung.

Eine Weiterbildung braucht Zeit und Geld. Dank einer frühzeitigen Planung und Organisation können Sie sich auf den Lehrgang freuen und entspannter daran teilnehmen.

Erkundigen Sie sich über die Lerninhalte, Anerkennung des Lehrgangs bei Verbänden und Arbeitgebern und über den Anbieter. Entsprechen die Lernthemen Ihren Vorstellungen und Interessen? Der Besuch einer Informationsveranstaltung lohnt sich.

Mit einer Weiterbildung können Sie:

 

  • Ihre Chancen im Arbeitsmarkt erhöhen
  • konkurrenzfähig bleiben
  • Ihre Fachkompetenz erweitern
  • mehr Lohn erarbeiten
  • Führung und Verantwortung übernehmen
  • Ihre Arbeit besser strukturieren und optimieren
  • Ideen einbringen und mitreden
  • mit Freude gute Leistungen bringen

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In vier Schritten Träume verwirklichen

«Du musst nur positiv denken, dann klappt das schon, dann erreichst du alles.» Ist das wirklich so? Die Motivationsforscherin Gabriele Oettingen hat viele wissenschaftliche Experimente gemacht und herausgefunden, dass positives Denken allein nicht ausreicht, um Ziele zu erreichen und Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Sie hat festgestellt, dass purer Optimismus uns sogar daran hindert, Ziele […]

«Du musst nur positiv denken, dann klappt das schon, dann erreichst du alles.» Ist das wirklich so? Die Motivationsforscherin Gabriele Oettingen hat viele wissenschaftliche Experimente gemacht und herausgefunden, dass positives Denken allein nicht ausreicht, um Ziele zu erreichen und Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen.

Sie hat festgestellt, dass purer Optimismus uns sogar daran hindert, Ziele zu erreichen, dass unsere Wunschträume im Weg stehen und unser Handeln lahmlegen können. Obwohl, Fantasien über unser Leben, die Vorstellung wie es sein könnte, braucht es schon. So können wir herausfinden, was wir wirklich wollen. Zu lange sollte man nicht mit Träumen verweilen, sondern handeln. Wenn wir in unserer Fantasie so tun, als ob wir das Ziel schon erreicht haben, sind wir weniger aktiv bei der Umsetzung. Gabriele Oettingen hat festgestellt, dass Menschen, die sich die Erfüllung eines Wunsches vorgestellt haben und sich dann auch mit den Hindernissen, die sich möglicherweise in den Weg stellen könnten, auseinandergesetzt haben, bei der Umsetzung ihrer Wünsche weitaus aktiver und erfolgreicher waren.

Sie hat eine Technik entwickelt, die beim Erfüllen von Wünschen hilft.

  1. Schritt 1

Welcher Wunsch liegt Ihnen besonders am Herzen, bedeutet Ihnen viel und ist grundsätzlich erfüllbar? Was ist Ihr wichtigstes Anliegen? Was wollen Sie eigentlich? Formulieren Sie diesen Wunsch.

  1. Schritt 2

Was erhoffen Sie sich von der Erfüllung Ihres Wunsches? Was wollen Sie damit erreichen? Wie soll das bestmögliche Ergebnis aussehen? Fassen Sie das Schönste Ihrer Wunscherfüllung zusammen.

  1. Schritt 3

Fragen Sie sich, was der Wunscherfüllung im Wege stehen könnte. Was könnte Sie davon abhalten, den Wunsch zu erfüllen und zu handeln? Was könnte Sie blockieren? Welches ist das grösste Hindernis? Benennen Sie Ihr Hindernis.

  1. Schritt 4

Machen Sie einen Wenn-Dann-Plan. Überlegen Sie sich, wie Sie dieses Hindernis überwinden können. Was können Sie tun, wenn dieses Hindernis auftaucht?

Planen Sie Ihre Handlung: «wenn das Hindernis (Situation wann, wo) auftaucht dann handle ich so (zielführendes Verhalten).»

Viel Spass beim Erreichen Ihrer Ziele!

«Die Psychologie des Gelingens», Gabriele Oettingen, 2015, Pattloch Verlag«

 

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Arbeit und Alter

Die Babyboomer sind innovativ und produktiv

Wenn man die Bevölkerung im Alter von 20-64 Jahren betrachtet sind 55% der Erwerbstätigen zwischen 40 und 65 jährig. In den nächsten Jahren ist jeder dritte Erwerbstätige über 50 Jahre alt. Sie gehören zu den „Babyboomers“, also zu den geburtenstarken Jahrgängen von 1955-1969. Aufgewachsen sind sie in friedlichen Zeiten mit einer stetig wachsenden und vielseitigen Wahlmöglichkeit in Bezug auf sämtliche Lebenssituationen und Lebensformen. Sie wurden geprägt von Jugendkulturen, autonomem Denken, Emanzipationsidealen, Friedensbewegungen bis hin zu neuen Rollenbildern von Mann und Frau.

Ihre Biografien sind oft brüchig und unstet. Der Berufseinstieg fiel in die Krise der 70-er Jahre und weil es so viele waren, war der Platz im Arbeitsleben wie auch an den Schulen und Unis eng und knapp. Dadurch mussten sie sich im Leben immer wieder neu erfinden und lernen, mit der fehlenden Kontinuität umzugehen. „Babyboomers“ sind noch heute innovativ und produktiv. Sie haben Lust auf Veränderungen und neue Erfahrungen. Die negativen Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern wie „wenig flexibel“ oder „wenig lernfähig“ decken sich nicht mit den prägenden Merkmalen dieser Generation. „Babyboomer“ halten sich für friedvoll, verantwortungsbewusst (auch gegenüber der Umwelt), optimistisch, tolerant, fröhlich, glücklich, emanzipiert und autonom. Sie wollen Selbstentfaltung, Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbständigkeit und sie haben Lust auf Bildung und Kultur.

Die Leistungsfähigkeit im Alter

Diverse Studien haben gezeigt, dass die berufliche Leistungskompetenz im Alter in vielen Bereichen sogar zunimmt. Besonders hervorzuheben sind:

  • die Lebens- und Berufserfahrung
  • betriebsspezifisches Wissen
  • hohes Qualitätsbewusstsein, Sorgfalt und Genauigkeit
  • Besonnenheit, Weitsicht, Ausgeglichenheit
  • Kooperations- und Konfliktfähigkeit
  • hohe Loyalität und Pflichtbewusstsein gegenüber Kunden und Arbeitgeber
  • positive Arbeitseinstellung und hohe Motivation
  • Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenz
  • hohen Selbstreflexion und einen bewussten Umgang mit Ressourcen und Gesundheit

Intellektuelle Fähigkeiten wie Allgemeinwissen, Lern- und Konzentrationsfähigkeit, Kreativität und Intelligenz sind eher gelichbeleiben. Was im Alter eher abnimmt sind die körperlichen Fähigkeiten wie etwa die Muskelkraft, das Hör- und Sehvermögen und die Geschwindigkeit der Informationsaufnahme und -verarbeitung.

 

Altersmanagement in den Betrieben erforderlich

Wurden vor kurzem Mitarbeitende über 50 Jahren aussortiert, sind sie heute gefragter denn je. In der Schweiz fehlt es an gut ausgebildeten Fachkräften und gutem Personal. Um diese Lücken zu füllen sollen ältere Angestellte länger im Beruf bleiben. Dies erfordert aber ein Umdenken in der Personalpolitik und gezielte Massnahmen für ältere und langjährige Mitarbeitende in den Betrieben. Zum Beispiel:

  • altersneutrale Personalgewinnung und Personalplanung
  • Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten
  • bewusste Förderung der Qualifikationen und Ressourcen
  • altersgemischte Arbeitsgruppen
  • individuelle Arbeits- und Arbeitszeitgestaltung
  • berufliche Perspektiven auch für Ältere schaffen
  • wertschätzende Führung
  • generationenübergreifenden Wissensaustausch
  • betriebliche Gesundheitsförderung

 

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aussteigen – umsteigen

Wege zwischen Job und Berufung

Mathias Morgenthaler und Marco Zaugg

„Ich entdeckte ein Paradies, an dem ich immer vorbeigerannt war.“

In diesem Buch finden Sie zahlreiche spannende Interviews mit Menschen, die es geschafft haben, beruflich umzusteigen und etwas völlig Neues anzupacken.

Im ersten Teil beschreibt Marco Zaugg mögliche Auslöser für berufliche Veränderungen. Oft ist es der Leidensdruck am Arbeitsplatz, ein Job der krank macht, innere Leere oder die Sinnlosigkeit des Alltags, die Menschen bewegen, eine Standortbestimmung vorzunehmen und sich mit etwas Neuem auseinanderzusetzen und nach Alternativen zu suchen. Oder es ist die Sehnsucht, das zu tun, was sie im Herzen wirklich wollen.

Im zweiten Teil finden Sie Interviews, die Mathias Morgenthaler mit Menschen geführt hat, die ihren eigenen Weg gegangen sind. Zum Beispiel der Theologie, der heute Feuerwehrkommandant ist oder die Bankerin, die heute Events organisiert oder die Putzfrau aus dem Engadin, die heute Luxusimmobilien vermittelt. Es sind Menschen, die aus ihrem angestammten Beruf aus- und auf der Karriereleiter auf- und abgestiegen sind.

Im dritten Teil dieses Buches finden Sie verschiede Checklisten mit vielen Fragen rund um den Beruf und rund um die aktuelle Lebenssituation. Sie können damit Ihren Veränderungswillen selber testen.

Zytglogge Verlag

Erstausgabe 2013, 320 S.

ISBN 978-3-7296-0864-1

CHF 36.00

 

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Berufe der Zukunft

Hotliner, Info-Broker, Runner, Öko-Auditor, E-Mail-Agent, Teletutor, Underwriter, Fundraiser oder Energiehändlerin sind nur einige der Jobs von denen wir in Zukunft noch mehr hören werden. Wie kommen solche neuen Berufe überhaupt zu Stande und welche Anforderungen stellen sie an uns?

Um eine Antwort darauf zu finden, werfen wir einen Blick in die Zukunft, die schon lange begonnen hat. Der Laptop, der heute gekauft wird, ist technisch überholt. Emailen ist out, Instant Messaging ist in. Java-Programmierer, Softwareentwickler, Systeminformatiker und Game Designer tüfteln bereits an neuen netztauglichen Produkten. Die Informations- und Kommunikationstechniken werden täglich raffinierter, die Datenverarbeitung und Speicherkapazitäten eröffnen weltweit neue Möglichkeiten. Dazu braucht es IT-Spezialisten, Projektleiterinnen, Architekten „Systems-Management“ und Elektroingenieure, die neue Ideen entwickeln. Auch im Bereich der mobilen Kommunikation werden ständig neue Wege gesucht. Damit das Handy oder das Navigationssystem im Auto überhaupt funktioniert, braucht es Glasfasern, Satelliten und stets neue Lösungen, damit riesige Datenpakete übertragen werden können. Geschäfte aller Art werden vermehrt über das Internet abgewickelt. Damit das auch reibungslos gelingt, braucht es E-Business-Berater. Nicht nur der Ladentisch verschwindet, auch das Lernen wird nicht mehr im Schulzimmer stattfinden. Dank E-Learning kann neues Wissen ort- und zeitunabhängig angeeignet werden. Den Lehrerberuf wird es zwar noch geben, gefragt sind vor allem Dozentinnen für die Berufsschulen und für die interne Weiterbildung in internationalen Firmen.

Die Mikro- und Nanotechnologie erforscht und entwickelt Bauteile, die nur millionstel Millimeter gross sind. Diese Miniteile werden in der Kommunikationstechnologie, Biotechnologie, Ernährung, Medizinaltechnik, Prozesstechnik und vielem mehr in Form von speziellen Kunststoffoberflächen, Materialien und Chips angewendet. Voraussichtlich wird diese Technologie unsere Zukunft nachhaltig prägen und bietet Physikern, Chemikerinnen, Biologinnen und Ingenieuren ein spannendes Arbeitsfeld. Damit diese neuartigen Produkte auch auf den Markt kommen und vertrieben werden, braucht es Fachleute im Bereich der Marktforschung, Informationsbeschaffung, Werbung, Produktmanagements, Betriebsorganisation, Kundenberatung und Verkauf. Rohstoffe und (Teil)Produkte werden mit allen möglichen Transportmitteln weltweit befördert. Speditionsfachleute und Logistiker sorgen dafür, dass die Ware unbeschädigt und pünktlich am Ziel ankommt.

Berufe im Gesundheitswesen sind die Boom-Berufe des 21. Jahrhunderts. Durch bessere Lebensumstände werden die Menschen immer älter. Der Bedarf an Pflegepersonal, welche die Kranken und Alten nicht nur in Kliniken, sondern auch in ihren Wohnungen betreuen, wird zunehmen. Durch den hohen Kostendruck im Gesundheitswesen braucht es vermehrt Ärzte mit einer Zusatzausbildung im Krankenhausmanagement. Die Unsicherheiten in der Altersvorsorge verlangt nach Versicherungsspezialisten, Wirtschaftsmathematikerinnen und Vermögensberatern.

In den kommenden Jahren müssen weltweit Ölraffinerien saniert, neue Industrieanlagen gebaut und durch Unwetter zerstörte Objekte wieder aufgebaut werden. Den Fachleuten aus der Bau- und Konstruktionsbranche wird die Arbeit nicht so schnell ausgehen. Qualifizierte Handwerker mit praktischem, fachlichem und unternehmerischem Wissen sind die Fachleute für die Umsetzung innovativer Ideen. Sie sind die praktischen Problemlöser bei der Anwendung neuer Technologien für private und gewerbliche Kunden.

Es braucht also nebst den Spezialisten auch in Zukunft Leute mit einer breiten Grundausbildung, wissenschaftliches Hilfspersonal und technische Assistenz. Von den Mitarbeitenden wird eine hohe Flexibilität und Mobilität verlangt. Sprach- und Informatikkenntnisse sind selbstverständlich. Der rasche Wandel verlangt Pioniergeist, unternehmerisches Denken, interaktive Nutzung von Medien, fachübergreifendes Wissen und Verhandlungsgeschick. Experten sind nicht nur im Inland gefragt. Darum sind Interkulturalität, Teamgeist, Konfliktfähigkeit und Zielorientiertheit wichtige Kompetenzen. Vor allem aber braucht es die Bereitschaft, sich regelmässig und konsequent weiterzubilden, damit man für den Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereitet ist.

Lydia Jäger

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Die Laufbahnberatung fördert auch Kompetenzen

Wer sich mit einer Neuorientierung auseinandersetzt, beschäftigt sich zwangsläufig mit der Zukunft und mit persönlichen Lebenszielen. Für das Finden dieser Ziele braucht es das perspektivische Denken. In diesem Prozess geht es darum, sich darüber klar zu werden, wo ich heute stehe, wo ich hin will und welche Mittel mir dazu zur Verfügung stehen.

Dieser Prozess schliesst die Auseinandersetzung mit der individuellen Biographie, mit den Erfolgen und Misserfolgen, mit persönlichen Werthaltungen, mit Verzichtbarem und Unverzichtbarem, mit der Identitätsfindung, mit erfüllten und unerfüllten Berufswünschen und mit einer momentanen Lebensbilanz mit ein.

Während dieser Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen wird übergreifend auch die Fähigkeit des Selbstmanagements gefördert. Es ist die Bereitschaft, sich selbst, die eigene Geschichte und den persönlichen Stil besser kennenzulernen.

Es ist auch die Bereitschaft, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, sich mit den persönlichen Stärken und Schwächen zu akzeptieren.

Dazu gehört auch das Vertrauen in die Zukunft, Pläne zu schmieden, motiviert und entscheidungsfähig zu sein. Selbstmanagement hat auch mit Selbstdisziplin, Selbstwertgefühl und Selbstreflexion zu tun.
Wer sich beruflich neu orientiert erkundigt sich meist über neue Möglichkeiten. Sei es über fachliche Tätigkeiten und Berufe oder über Bildungsangebote.

Die Auswahl ist vielseitig und gross. Um für sich die geeignete Wahl treffen zu können, müssen diese Informationen beurteilt werden. Dazu braucht es die Kritik- und Unterscheidungsfähigkeit.

Meist werden Entscheidungen nicht nur anhand von einem Faktor beeinflusst, sondern von vielen, oft auch unbewussten Faktoren. Die Prüfung von Angeboten und Möglichkeiten braucht Zeit, wenn sie intensiv reflektiert und das intuitive Wissen bei der Entscheidung mitberücksichtigt wird.

Die Schlüsselqualifikationen, wie die Sozial-, Selbst- und Methodenkompetenzen, werden bei der Auseinandersetzung mit einer beruflichen Neuorientierung, wie auch bei der Planung und Umsetzung der Ziele gefördert.

Grundsätzlich wird die emotionale Intelligenz durch die wachsende Lebenserfahrung gelernt, gefördert und verbessert. Dabei helfen bewusste Verhaltensänderungen, praktische Übungen und konstruktive Feedbacks. Die bewusste Reflexion der Selbst- und Fremdwahrnehmung fördert die Empathie und das emotionale Bewusstsein.

Lydia Jäger

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